Augusta von Zitzewitz

Augusta von Zitzewitz (1880−1960) wurde in Berlin geboren. Sie entstammte einer preußisch-monarchistischen Familie. Durch die englische Herkunft der Mutter wurden die Kinder zweisprachig erzogen. Von 1907 bis 1911 besuchte sie die Zeichen- und Malschule des „Vereins der Berliner Künstlerinnen“ bei dem französisch-deutschen Maler George Mosson (1851−1933). Sein Sujet waren Landschaftsbilder und Stilleben. Bereits 1911 mietete sie sich ein eigenes Atelier. 1912 reiste sie nach Paris, um ihre Studien an der Academie Julien fortzusetzen. Sie erhielt Unterricht bei Jean Metzinger (1883−1956), bei André Dunoyer Segonzac (1883−1974), bei Henri Le Fauconnier (1881−1946).

In Paris gehörte Augusta von Zitzewitz zu einem Kreis, der sich mit zeitgenössischer französischer Avantgarde auseinandersetzte.

1915 wurde Tochter Ilse Marie geboren. Sie sollte oft das Modell der Mutter werden.

Zu Beginn der zwanziger Jahre hatte sich Augusta Zitzewitz zu einer bekannten Portraitmalerin entwickelt. Sie beteiligte sich erfolgreich an den Ausstellungen des „Vereins der Berliner Künstlerinnen“. Außerdem war sie Mitglied der Freien Sezession und im ersten Deutschen Künstlerbund. Auch sie schloß sich dem Hiddenseer Künstlerinnenbund an und war gern gesehener Gast in der Blauen Scheune.

Seit 1917 beschäftigte sie sich mit der Holzschnitt-Technik. Sie schuf zudem Illustrationen für die linksliberale Zeitschrift Die Aktion. In diesem Umkreis engagierte sie sich gesellschaftspolitisch. In ihrem Atelier wurden Treffen für Intellektuelle abgehalten und es wurde ein Anlaufpunkt für viele Künstler. Zu ihren Gästen gehörten Rainer Maria Rilke, Albert Einstein, Gottfried Benn, Franz Mehring und Hedwig Dohm.

1945 kehrte sie in ihr zerstörtes Atelier in Berlin-Charlotten (Reichstraßestraße 97) zurück, das sie kurz vor Kriegsende verlassen hatte. Im Überlebenskampf portraitierte sie bei Petroleumlicht und tauschte ihre Arbeiten gegen Lebensmittel. Und sie setzte sich erneut durch in der Kunstwelt, portraitierte bald wieder die Vorderen der Literaten- und Kunstszene.

Seit August 2003 erinnert eine Gedenktafel am Haus Reichsstraße 96-97 an die Berliner Malerin Augusta von Zitzewitz, die bis zu ihrem Tod im November 1960 in dem Haus lebte und arbeitete.

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